VR ist (fast) tot, es lebe VR!

Die VR-Technologie ausschließlich für virtuelle Immobilien-Begehungen zu nutzen, macht im Rahmen der Digitalisierung aus unserer Sicht kaum Sinn. Warum das so ist und wie wir bei Inreal den Einsatz der VR-Technologie im Immobiliensektor sehen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Virtual Reality-Technologie, wenn sie ausschließlich für virtuelle Immobilien-Begehungen eingesetzt wird, hat in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung in der Immobilienbranche ein Problem: Im Grunde genommen ist sie keine Digitalisierungstechnologie – und damit wäre sie heute schon am Ende, bevor sie sich flächendeckend durchgesetzt hat. Die reine virtuelle Begehung ist „nur“ ein zusätzliches Marketinginstrument. Ein cooles, zugegeben, das mit der Echtzeit 3D-Technologie als Basis deutlich mehr Wirkung auf Interessenten entfaltet, als herkömmliche Marketingmaßnahmen. Aber weder ist sie ein zielführendes Werkzeug im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie, noch eines mit einer Langzeitwirkung.

Das liegt vor allem an daran, dass

  • sie eine Insel ohne Schnittstellen zum Gesamtprozess des Unternehmens ist
  • sie weder aktiv mit schon vorhandenen Nutzer-Daten arbeitet, noch Daten anreichert
  • sie selbst keine Daten generiert, die in nachgelagerten Prozessschritten zur weiteren Verarbeitung und zum Erkenntnisgewinn zur Verfügung stehen

Neuer Umgang mit Technologie in der Branche

Diese Defizite sind in der heutigen Zeit ein Problem. Denn wir bemerken bei Immobilienprofis einen neuen Geist, wenn es um den Einsatz von digitalen Technologien geht: Sie gehen immer mehr dazu über, Technologie schneller einzusetzen. In der vorangehenden Bewertung liegt ein Fokus genauso auf dem kurzfristigen Wettbewerbsvorteil wie auf dem strategischen Potential. Das gilt natürlich auch für den Einsatz von Virtual Reality als Marketing- und Vertriebslösung.
Warum das so ist? Es muss daran liegen, dass sich immer mehr Unternehmen intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen:

Prozent der Befragten aus der Immobilienwirtschaft erkannten 2017 die Digitalisierung als Megatrend*

Prozent der befragten Unternehmen befanden sich 2017 bereits in der Entwicklungs- bzw. Etablierungsphase*

Schon im Jahr 2017 hatten 90 Prozent der Befragten aus dem klassischen immobilienwirtschaftlichen Umfeld die Digitalisierung als Megatrend erkannt, starke 77 Prozent der befragten Unternehmen befanden sich bereits in der Entwicklungs- bzw. Etablierungsphase (*Quelle: Smart, Smarter, Real Estate -gemeinsame Studie des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e. V. und Ernst & Young Real Estate GmbH) Dazu gehört auch die Ausarbeitung einer digitalen Strategie. Wer eine solche hat, dem fällt die Bewertung einer zusätzlichen Technologie leicht – ob sie die Umsetzung und Zielerreichung stützt und in die Prozesse passt, lässt sich klar sagen.

Eine weitere Folge der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung sehen wir in zahlreichen Gesprächen und Workshops mit Kunden: Die Nachfrage nach Technologie verändert sich von Nischenprodukten, die einen einzelnen Prozess unterstützen, zu einem breiteren, integrierten Plattformansatz. Produkte, die mehrere Prozesse entlang der Wertschöpfungskette unterstützen und gleichzeitig Erkenntnisse zur Erschließung zusätzlicher Prozessverbesserungen liefern, werden immer wichtiger.

VR ist (fast) tot, es lebe VR

Damit kein Missverständnis aufkommt: Für die reine virtuelle Begehung einer Immobilie gibt es Anwendungsfälle. Als Instrument zum Beschleunigen von Entscheidungs- und Abstimmungsprozessen kann sie schon in der Planungsphase zum Einsatz kommen – wie unsere Success-Story der experimenta in Heilbronn zeigt.

Aber für Marketing und Vertrieb – eingebettet in eine langfristige digitale Strategie – macht sie aus unserer Sicht nur im Rahmen dieser Rechnung Sinn:

„Echtzeit 3D-Begehung + Konfiguration + Analytics = echter Mehrwert“

Nur durch die Kombination von Virtual Reality-Rundgängen und Echtzeit-Konfiguration wird das Potential der Technologie voll genutzt. Nicht ohne Grund bietet fast jeder große Autohersteller auf seiner Website einen Konfigurator: Damit können von potentiellen Kunden Wunschmodelle samt Ausstattung zusammengestellt werden. Über die Konfiguration können Immobilienunternehmen in Echtzeit zeigen, wie flexibel eine Fläche ist und welche Ausstattungsvarianten angeboten werden. Außerdem wird die Immobilienpräsentation emotionaler, die Beschäftigung mit dem Objekt wird intensiver – der Interessent wird Dank der Individualisierung stärker eingebunden. Entscheidungsprozesse werden kürzer, genau wie die Vermarktungszyklus für das Objekt. Und die VR-Technologie bringt nur über diese Interaktion, neben dem Wow-Effekt, zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Welche Ausstattungsoptionen und Aufteilungen gefallen dem Interessenten, welche nicht? Welche Details möchte er näher betrachten?

Wir stellen diese Konfigurationsmöglichkeiten nicht nur für eine 1:1 Präsentationssituation zur Verfügung: „Über unsere neu entwickelten Online-Konfiguratoren können sich Endkunden bequem zuhause auf dem Sofa verschiedene Ausstattungen und Raumaufteilungen ansehen und sich ihr Objekt passend zusammenstellen“, erläutert Inreal-CEO Enrico Kürtös. „So lassen sie sich frühzeitig aktiv in den Vermarktungsprozess von Immobilien einbinden.“ Die ebenfalls neu entwickelte Lösung für Datenanalyse stellt Projektentwicklern und Projektvermarktern im laufenden Verkaufsprozess jederzeit aktuelle Informationen über das Kundenverhalten (die Customer Journey jedes einzelnen Kunden) und die Nachfrage nach einzelnen Einheiten sowie für das Gesamtprojekt in Echtzeit zur Verfügung.

  • „Über unsere neu entwickelten Online-Konfiguratoren können sich Endkunden bequem zuhause auf dem Sofa verschiedene Ausstattungen und Raumaufteilungen ansehen und sich ihr Objekt passend zusammenstellen.“

    Enrico Kürtös
    Enrico Kürtös CEO @ Inreal Technologies GmbH

Voraussetzung für modernen Vertrieb

In einem lesenswerten Artikel unterstreicht Eva-Susanne Krah, die stellvertretende Chefredakteurin der Springer-Zeitschrift Sales Excellence, dass „die intelligente Verknüpfung von persönlichem Vertrieb mit smarten Technologien ein Zukunftspfad für Vertriebsorganisationen“ ist. „Ein intelligenter Arbeitsplatz schafft mehr Zeit für die Kundeninteraktion“, bestätigt Vertriebsexperte und Springer-Autor Mario Pufahl. Vertriebler werden verstärkt neue Technologien einsetzen müssen, um effizienter und näher am Kunden zu agieren, lautet der einhellige Tenor vieler Vertriebsexperten. (Quelle: springerprofessional.de )

Mit unserem Lösungsportfolio schaffen wir genau das: Virtuelle Begehungen von Objekten MIT Konfigurationsoptionen stellen den Interessenten in den Mittelpunkt und liefern den Immobilienunternehmen wertvolle Informationen für den weiteren Marketing- und Vertriebsprozess. Genau wie die Online-Konfiguratoren in Kombination mit Analytics-Funktionen. Sie generieren schon vor dem persönlichen Erstkontakt Informationen über Vorlieben und Wünsche des potentiellen Kunden, mit denen Vertriebsmitarbeiter im weiteren Verlauf schneller Nähe herstellen und den Abschluss erreichen können. Nicht zuletzt lässt sich der Vertrieb mit den Analytics-Daten steuern: Haben Interessenten zum Beispiel eine Wohnung durchkonfiguriert und reserviert, bekommen sie eine höhere Priorität in der weiteren Bearbeitung als diejenigen, die den Prozess abgebrochen haben. Gibt es mehrere Interessenten für dieselbe Einheit? Dann sollte die Nachfrage eine Auswirkung auf dem Preis haben. Auf Basis der Informationen können auch Marketingmaßnahmen für ein Objekt in der laufenden Vermarktung angepasst werden: Besonders beliebte Ausstattungslinien werden stärker auf Webseiten oder Portalen eingebunden, selten gewählte eher vermieden.

  • „Wir wollten von Anfang an keine Insellösungen schaffen, die Anbindung an bestehende Workflows und Systeme bei Kunden können wir über individuell passende Schnittstellen realisieren – was wir für einige Kunden bereits getan haben.“

    Daniel Kremin
    Daniel Kremin VP Product @ Inreal Technologies GmbH

„Wir wollten von Anfang an keine Insellösungen schaffen, die Anbindung an bestehende Workflows und Systeme bei Kunden können wir über individuell passende Schnittstellen realisieren – was wir für einige Kunden bereits getan haben“, betont Daniel Kremin, VP Product bei Inreal. Der Austausch von Daten funktioniert dann reibungslos und ohne aufwendige Mitarbeiterschulungen. Und so wird Virtual Reality doch zur Technologie, die im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie eingesetzt werden kann. Nicht für ein einzelnes Projekt, sondern – eingebunden in die Prozesse – als Vermarktungstechnologie für alle Objekte.