Wohnungsnot, knappes Bauland, teure Wohnflächen, der Zuwachs der Bevölkerung – dies sind einige der Anliegen, welche die Gesellschaft und die Politik stark thematisieren. Die Immobilienbranche auch. Sie ist stets auf der Suche nach neuen, dynamischen Lösungen, um mit den Herausforderungen der modernen Zeit Schritt halten zu können. Der Einsatz von modernen Methoden, wie beispielsweise BIM, ermöglicht durch die Digitalisierung und Zentralisierung von allen relevanten Modellierungsdaten eine Vielzahl von Vorteilen für die Baukonzeption. Parallel dazu entwickeln sich rasant neue Systeme und Anlagen, die Smart Home und -Office vorantreiben sowie neue interessante Baustoffe.

 

Baubranche benötigt neue und kreative Konzepte

Der Mangel an Bauland ist eine der größten Herausforderungen für die Immobilienbranche und für die deutschen Metropolen. Eine mögliche Lösung liefert die Stadt München. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewofag baute im Rahmen eines Neubauprojektes über einen Parkplatz des städtischen Dantebads 100 Wohnungen. Die Konstruktion dauerte nur ein Jahr und erwies sich als sehr kostengünstig. Das gennannte Münchner Bauprojekt hat dafür den Deutschen Bauherrenpreis 2018 gewonnen. Eine andere Möglichkeit knappen Wohnräumen zu begegnen, sind Wohnungen auf Supermärkten. Der Discounter Aldi Nord hat bereits Ende Januar 2018 den Bauplan mehrerer Standorte angekündigt. So sollen zukünftig mehr als 2000 neue Wohnungen in über 30 Städten entstehen.

Parkplatzueberbauung
Parkplatzueberbauung - Quelle: www.gewofag.de

Carbonbeton ist die Zukunft des Bauens

Carbonbeton wurde von drei Wissenschaftlern und von Professor Manfred Curbach der TU Dresden erfunden. Dafür gewannen sie 2016 den Deutschen Zukunftspreis und 2017 den Green Product Award. Dem Stoff werden Kohlestofffasern beigemischt, wodurch er sechsmal tragfähiger als herkömmlicher Hochleistungsbeton wird. Ihm wird eine Lebensdauer von bis zu 200 Jahren zugeschrieben. Dieser Beton ist nicht nur nachhaltig und umweltschonend, sondern auch preiswert. Nicht umsonst erhielt das Carbonbeton-Recyclingvorhaben die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Im Forschungsprojekt der TU Dresden „C3 – Carbon Concrete Composite“ nehmen mehr als 140 Institute und Unternehmen teil. Deutschland ist somit ein Vorreiter in der Entwicklung und Erforschung dieses Werkstoffs.

 

Holz erobert die Welt

Holz ist einer der ältesten Naturbaustoffe der Welt und birgt ein sehr hohes Potenzial: Es unterstützt die Speicherung von CO2, mindert somit den Treibhauseffekt und sorgt nachweislich für ein gesundes und geistiges Wohlbefinden. Bauen mit Holz liegt im Trend. Die altbewährte japanische Yakisuhi-Methode schwappt nun auch nach Europa und Nordamerika. Dabei wird die Holzfassade zu einem Teil verkohlt. Durch diesen Vorgang verdichten sich die äußeren Zellen und wirken somit aktiv Schimmel, Wasser und Fäulnis entgegen. Ein weiterer Vorteil ist die effektive Hitzebeständigkeit, da dem Feuer der Brennstoff sozusagen genommen wird. Die vermeintlichen bauphysikalischen Schwächen von Holz wie kürzere Haltbarkeit und leichte Entflammbarkeit werden damit entkräftet.

Karbonisierte Holzfassade
Karbonisierte Holzfassade - Quelle: japanese_craft_construction (Flickr) (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)