#Leadership – Wie Nelson Mandela mir geholfen hat, mein Start-Up zu leiten

Vor kurzem habe ich mich mit einer Kollegin über Bücher zum Thema Führung unterhalten. Beim Austausch über die verschiedenen Ansätze und Persönlichkeitsmodelle, ließ sie in einem Nebensatz das Stichwort Transformational Leadership fallen und dass mein Führungsstil ihrer Meinung nach doch dort einzuordnen wäre. Dies sagte mir zunächst nicht viel, zudem war ich doch etwas überrascht, (und vielleicht sogar etwas enttäuscht), dass mein Stil so leicht einer bestehenden Richtung zu geordnet werden konnte. Wenn wir ehrlich sind, hofft doch jeder insgeheim, dass das was man tut und wie man es tut, einzigartig und etwas Besonderes ist.

Nichts desto trotz habe ich mich an diesem Tag abends dann noch an den Laptop gesetzt und gegoogelt. Bei der Stichwortsuche nach Transformational Leadership stieß ich auf einen Artikel über Nelson Mandela und den Einfluss, den dieser durch sein Schaffen und seine Vision auf sein Land hatte. Eine der größten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit also und somit jemanden, mit dem ich mich hinsichtlich meines Führungsstils gerne einreihen lasse.

Transformational Leadership

Transformational Leadership lebt davon, dass Personen in Führungspositionen auf einer Ebene mit ihren Kollegen arbeiten. Durch ihre Persönlichkeit und Integrität sowie die vorgelebte Vision und Einstellung motivieren sie ihre Mitreisenden und schaffen das Gefühl, zusammen an etwas Großem zu arbeiten. Auch sind sie offen und sensibel für Meinungsverschiedenheiten und sehen das Bedürfnis nach einer offenen Unterstützung.

Darin kann ich mich gut wiederfinden. Ich brenne für unsere gemeinsame Vision, Inreal und unsere Vermarktungswerkzeuge für Immobilien noch größer zu machen und gemeinsam mit meiner Mannschaft viel zu erreichen. Dabei ist mir die Nähe und eine enge Kommunikation mit meinen Kollegen wichtig. Wir leben hier einen engen Austausch und eine direkte, ehrliche Feedbackpolitik. Das heißt, wir loben und ermutigen uns, geben einander aber auch direkte Rückmeldung, wenn Dinge nicht so laufen, wie gewünscht. Da bin ich keine Ausnahme, denn Führung ist viel, aber nicht immer einfach.

Bei einem im Juli stattgefundenen Halbjahresgespräch kam es zu einer unangenehmen, fast schon beschämenden Situation für mich. Doch von vorne. Was ist passiert? Bei einer Kollegin, die sehr eingespannt war und eines der größten Projekte in der Firmengeschichte alleine leitete, habe ich alles falsch gemacht, was man als Führungskraft falsch machen kann. Ich habe über eine Kleinigkeit diskutiert, anstatt sie, wie es geplant war, zu loben und positiv zu bestärken. Immerhin macht sie einen bomben Job! Es war surreal – da saß ich nun und merkte oh weh, das Gespräch driftet in die falsche Richtung. Nach Bestärkung und Lob war es mir nun nicht mehr und der Kollegin natürlich auch nicht. Zu allem Verdruss ist genau das passiert was ihr euch alle denken könnt. Im Anschluss gab mir eine andere Kollegin ihr direktes Feedback. Schonungslos, offen und mitten ins Herz. Sie sei sehr unzufrieden mit dem Verlauf des Gespräches und meiner Rückmeldung an die Kollegin. Sie hatte Recht – ich hatte alle meine Führungsgrundsätze über Bord geworfen und den Fokus verloren. Ich glaube, mir war das in der Situation am Unangenehmsten von Allen. Sie hat mir aber gezeigt, dass man als Führungsperson immer dranbleiben muss und wie wichtig ein vertrauensvolles Verhältnis mit dem Team über alle Hierarchieebenen hinweg ist.

Ich habe mich am nächsten Tag direkt bei der Kollegin unter vier Augen entschuldigt und das Lob für ihre tolle Arbeit nachgeholt. Doch viel wichtiger noch, ich habe der Kollegin, die mich so schonungslos offen kritisiert hat, gedankt. Ich habe mich bedankt und sie gelobt für ihren Mut mir die Meinung zu sagen.

Für uns Führungskräfte ist Kritik zu geben selbstverständlich, doch sind wir ehrlich. Am Ende des Tages bin ich doch der Chef für viele und wer kritisiert schon seinen Chef direkt und unverblümt? Ich weiß nun sicher: Wenn ich etwas falsch mache, bekomme ich es gesagt – und das ist gut so!