#Leadership – Braucht die Welt noch einen Influencer?

Vergangene Woche habe ich zum ersten Mal einen Artikel hier im Blog sowie auf LinkedIn veröffentlicht, in dem ich über meine Erfahrung bei Inreal berichtet und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert habe. Als Reaktion erreichten mich zahlreiche Nachrichten von Freunden, Bekannten sogar Kunden aus meinem Netzwerk: Ob ich jetzt wohl auch den Weg zum Influencer einschlagen möchte oder was da los sei? So die Quintessenz aller Fragen.

Zunächst musste ich bei dieser Reaktion erst einmal schmunzeln, fast schon loslachen. Ich als Influencer. Dafür habe ich doch gar keine Zeit, dachte ich. Auf den ersten Blick habe ich auch nicht so viel, was ich auf sozialen Medien verkaufen kann, um wirklich als Influencer durchstarten zu können. Wallendes, langes Haar, um mir kunstvoll einen Man-Bun vor laufender Kamera zu binden zum Beispiel. So viel erstmal zu den Influencer-Klischees.

Doch hat die Tatsache, dass ich einen Artikel veröffentlicht habe, überhaupt etwas mit dem Influencer-Dasein zu tun, dem mittlerweile fast jeder dritte Deutsche nachgeht? Als ich mich mit diesen Fragen beschäftigte, kam ich ins Grübeln, was mich denn dann überhaupt dazu gebracht hatte, einen solchen Artikel zu schreiben.

Ausschlaggebend war tatsächlich ein Gespräch mit einem Bekannten. Er hatte mich nach meiner Meinung zum Thema Hierarchie und Führungsstil gefragt und sich darauf bezogen, dass ich ihm bestimmt weiterhelfen könne.

Dabei habe ich gemerkt, dass ich gerne meine Erfahrungen als junge Führungskraft und die Erlebnisse, die ich hier bei Inreal täglich mit meinen Kollegen habe, teilen möchte. Ganz frei nach dem Motto: Lebensweisheiten eines jungen CEOs oder wie das Leben halt so spielt. Ob das schon ausreicht, um Influencer zu werden?

Ich hatte das Glück sehr früh von spannenden Persönlichkeiten zu lernen und mich auf einer grünen Wiese austoben zu können. Das wichtigste, vor allem am Anfang des Berufslebens, ist um Hilfe und Rat zu fragen. Als wir Inreal gegründet haben, war ich 19 Jahre alt. Woher sollte ich die Do´s und Don´ts alle wissen? Ich kann allen jungen und natürlich auch den schon älteren Kollegen empfehlen: Fragt wenn ihr etwas nicht wisst. Fragt wenn ihr euch unsicher seid. Sucht euch Mentoren, die gerne bereit sind, mit euch zu sprechen oder mal mit euch zu telefonieren. Ich selbst nutze das intensiv. Ob im Kundenmeeting, bei dem ich das Fachchinesisch nicht verstehe oder in internen Meetings, wenn ich keine Lösung parat habe. Fragen ist keine Schwäche, sondern zeichnet Mut und Wissbegierde aus.

Mein Vater, der bestimmt noch nie von Instagram, LinkedIn und Co. gehört hat, hat mir immer im schönsten badischen Dialekt gesagt: „Enrico, du wirst alt wie ´ne Kuh und lernsch´ immer noch dazu!“ Paps, du hattest wie so oft vollkommen Recht. Seid mutig und fragt – immer! Viele in eurem Umfeld wollen euch helfen. Nehmt Hilfe an und bietet sie euren Kollegen und Mitmenschen an. Sie werden es euch für immer danken!

Mit den Artikeln unter der Rubrik #Leadership, die ich ebenso auf LinkedIn veröffentliche, möchte ich die Chance nutzen, eben diese Erfahrungen weiterzugeben und meine Learnings zu teilen. Vielleicht hilft sie ja dem ein oder anderen jungen Kollegen, der gerade dabei ist, sein eigenes Unternehmen zu gründen, weiter. Jeder Fehler muss ja auch nicht zweimal gemacht werden. Oder sie gibt einem erfahrenen Leader den Impuls, einmal eine andere Sicht zu sehen und alte Strukturen neu zu denken. Ebenso würde ich mir wünschen, dass dabei Diskussionen und Kontroversen entstehen, die auch mir neue Sichtweisen eröffnen. Als wirklich weise würde ich mich noch lange nicht bezeichnen, weswegen ich mir dann doch lieber Influencer auf die Fahnen schreibe, fehlende Grundausstattung hin oder her. Was meint ihr dazu?