Hochhäuser – Baukonstruktionen der Moderne

Hochhäuser sind spektakuläre und beliebte Baukonstruktionen. Weltweit beeindrucken sie mit ihrer Größe, mit ihrem einzigartigen und extravaganten Design. Hong Kong steht auf Platz 1, wenn es um den Bau von Hochhäusern geht, mit 1.381 Wolkenkratzern. Frankfurt am Main hat dagegen nur 32. Inzwischen ist die Nachfrage nach solchen Konstruktionen in Deutschland stark gestiegen. Sie gelten als mögliche Lösung für den Mangel an Bauplätzen und die üppigen Mietpreise in den Städten.

Hochhäuser in Deutschland – sichere Konstruktionen

Es gibt zwei wichtige Gründe weshalb so wenig Hochhäuser in Deutschland gebaut werden: einmal sind es die Baurichtlinien und zum anderen die Brandschutzvorkehrungen. Baurechtliche Vorschriften müssen sowohl im bundesweiten, als auch im länderspezifischen Kontext beachten werden. Der Kölner Dom beispielsweise ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Hochhäuser dürfen nicht auf der gegenüberliegenden Rheinseite erbaut werden, da sie sonst die Sicht des Doms in Gefahr bringen. In Frankfurt ist vorgeschrieben, dass sich diese Bauvorhaben nur auf das Bankenviertel und benachbarte Stadteile beschränken dürfen, da die Skyline als Erkennungsmerkmal der Stadt gilt.

Hochhäuser in Frankfurt
Frankfurter Skyline: internationales und nationales Wahrzeichen

In Deutschland sind Brandschutzmaßnahmen entscheidende Bestandteile der Baurichtlinien. Laut der Hessischen Bauordnung (HBO) ist jedes Gebäude ein Hochhaus, dessen letzte Nutzungsebene mehr als 22 Meter über der Geländeoberkante liegt. Die Feuerwehr hat zudem die gleiche Höhenbegrenzung: Großbrände können bis zu dieser Marke mit einer Drehleiter gelöscht werden. Weiterhin müssen diese Gebäude spezielle „Hochhausrichtlinien“ befolgen. Wenn Hochhäuser bis 60 Meter in den Himmel ragen, sind zwei Treppenhäuser notwendig oder ein Sicherheitstreppenhaus mit Druckbelüftungsanlage. Sind es mehr als 60 Meter, müssen alle Treppenhäuser als Sicherheitstreppenhäuser gebaut werden.

Pro und Contra

Architekten, Ingenieure und Städtebauer in Europa diskutieren seit Jahren über Vor- und Nachteile von Hochhäusern. Der deutsche Architekt Gerhard Matzig vertritt den Bau von Hochhäusern, wenn sie bestimmte Funktionen erfüllen: „Sie können sehr ökologisch sein, weil sie auf minimalem Grundriss ein Maximum an Raumangebot unterbringen.“ Wirtschaftlich gesehen, unterstützen sie die vorhandene Infrastruktur (U-Bahn, Straßenbahn, Geschäfte) der Innenstädte und fördern die Entstehung von Arbeitsplätzen.

Dagegen sprechen die teilweise enormen Baukosten, nicht nur in Bezug auf das Material, sondern auch die Kosten, die für die Maßnahmen zur Einhaltung der Brandschutzauflagen anfallen. Zudem sind entstehende Beeinträchtigungen wie Schwindelgefühle oder das Eintreten des Sick Building Syndroms für viele Menschen problematisch.

Cloud 7 in Stuttgart
Luxushochhäuser sind derzeit Trends: Cloud 7 in Stuttgart - Quelle: www.godel-beton.de

Neue Technologie optimieren den Bau von Hochhäusern

Die Konstruktion von Hochhäusern wird durch neue Technologien vereinfacht und vorangetrieben. Das Unternehmen Sablono hat eine Plattform entwickelt, die alle Informationen jedes Prozesses, die beim Bau von komplexen Projekten anfallen, zentral speichert und jederzeit zur Verfügung stellen kann. Die Datenverwaltung wird dadurch effizienter. Für diese innovative Idee gewannen sie den SAP HANA Innovation Award 2017.