Grüne Wände – Hinwendung zur Natur

Der Mensch verbringt den größten Teil seines Tages in Innenräumen. Die Luftqualität in den Gebäuden, in den Büros oder auch Zuhause beeinflusst maßgeblich die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Der Einbau von grünen Wänden bringt nicht nur die Natur etwas näher zum Menschen, sondern reinigt vor allem die Luft und verhindert somit die Erkrankung des Menschen aufgrund schlechter Luftqualität.

Pflanzen sind multifunktionell und sorgen für eine gesunde Lufthygiene

Das Prinzip von begrünten Wänden ist schlicht und vorteilhaft: Pflanzen werden mit einer speziellen Wand und mit einer entsprechenden Wasserzufuhr verflechtet. Sie stellen Sauerstoff her und filtern Feinstaub und Schadstoffe heraus. Die natürliche Feuchtigkeit, die über die Blätter entsteht, verbessert nachweislich die Raumluft. Grüne Wände können zudem die Akustik eines Raumes optimieren und den Schall dämpfen.

Es existieren mittlerweile verschiedenste Systeme für die Wandbegrünung: Kastenmodule, Textiltaschen oder Kunststoffplatten. Das finnische Unternehmen NAAVA arbeitet mit dem System der Tropfkörperbehandlung, wobei Wurzelpflanzen genutzt werden. Die Mikroben reinigen dabei die Luft von schädlichen Chemikalien. Ein Windradgebläse lässt die gereinigte Luft in den Raum strömen.

Wandbegrünung als Dekoration mit Funktion
Wandbegrünung als Dekoration mit Funktion - Quelle: www.naava.io

Der aus Frankreich stammende Botaniker und Gartenkünstler Patrick Blank gilt als der Erfinder der Wandbegrünung. Als er 1970 in Thailand von der Vielfalt der Fauna und Flora beeindruckt war, kam er auf diese Idee, Pflanzenwände in Innenräume zu kultivieren. Im Jahr 1988 stellte er die „murs végétaux“ (auf Deutsch Pflanzenwände) in der Chaumont sur Loire Gartenschau vor. Seine Ausstellung machte ihn berühmt und bis heute schmückt er mit Pflanzen Museen, Theater, Markthallen und Shopping Malls aus aller Welt.

Vertical Garden von Patrick Blank
Vertical Garden von Patrick Blank - Quelle: www.verticalgardenpatrickblanc.com

Raumklima als Gesundheits- und Wirtschaftsfaktor

Unzählige Studien haben bereits die positiven und gesundheitsfördernden Auswirkungen von Pflanzen und der grünen Farben bestätigt. Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Cardiff, kann die Anwesenheit von Pflanzen die geistige Zufriedenheit, die Produktivität und die Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter erhöhen. Die grüne Farbe besänftigt zudem die Stimmung, erzeugt eine ruhige und entspannte Atmosphäre und trägt dazu bei, die Kreativität und ein besseres Urteilsvermögen zu fördern.

Oft achten die Menschen nicht auf eine gute und gesunde Lufthygiene der Innenräume. Sie ist jedoch wichtig: eine gute Luftqualität beugt ernsten gesundheitlichen Problemen vor, unter anderem schützt sie vor dem sog. Sick-Building-Syndrom, worunter man eine Mischung aus Halskratzen und trockenen Augen versteht.