Neue Arbeitswelten zeichnen sich nicht nur durch die physische Umgebung aus – auch ein Umdenken im Kopf findet statt. Die Treiber hierfür sind die jungen Generationen, die eine andere Einstellung verinnerlicht haben, als die älteren. Während ältere Generationen von Statussymbolen, Geld und Macht angetrieben werden, stehen für die neue Generation Spaß und Flexibilität im Vordergrund. Die sogenannte Generation Y legt mehr Wert auf sozialen Austausch und Zusammenarbeit. Es geht jungen Arbeitnehmern nicht mehr darum, nur für sich Wissen zu sammeln, sondern Wissen zu teilen, was den modernen Gedanken des „Sharings“ widerspiegelt. Die Generation Y zieht dabei die Kommunikation auf Augenhöhe vor, was letztlich zu flachen Hierarchien führt.

Mitglieder einer älteren Generation stehen der neuen Generation häufig mehr als skeptisch gegenüber. Vertrauen in junge, kreative Köpfe zahlt sich jedoch aus, wie es Unternehmen wie Google und Facebook gezeigt haben. Ebenfalls zu bedenken ist, dass die gewünschte Transformation der Arbeitswelt älteren Generationen, wie beispielsweise der „Silver Generation“, zugutekommt. Auch sie wünschen sich mehr Mitbestimmung, mehr Fokus auf den Faktor Mensch.

Für die Arbeitsweise bedeutet das, dass flexible Teams geschaffen werden, die besonders schnell auf ständig neue Aufgaben reagieren können. Ein Team wird individuell und passend für die jeweilige Aufgabe aus Jung und Alt zusammengestellt, um den bestmöglichen Austausch an Informationen zu gewährleisten. Somit ist letztlich die Transformation hin zur Wissens- und Kreativwirtschaft möglich. Das bisherige Management, das primär auf Effizienz aus ist, muss dieser neuen Arbeitsweise Platz machen.

Nun stellt sich die Frage, wie das neue Büro aussehen muss, um dem Fokus auf offene Kommunikation und Wissensaustausch gerecht zu werden. Eine kurze Antwort hierfür gibt es nicht. Fakt ist, dass alte Büroformen von Kontrolle geprägt sind, was bei den Mitarbeitern ein geringes Vertrauen suggeriert. Auch ein Großraumbüro ist nach einer aktuellen Studie der Harvard Business School nicht die richtige Lösung. Demnach ging der Austausch um 70% zurück, da das menschliche Bedürfnis nach Privatsphäre nicht berücksichtigt wird. Da Einzelbüros ebenfalls nicht die Lösung sein können, ist die Kombination unterschiedlicher Zonen bzw. Raumkonzepte der richtige Lösungsansatz. Das bedeutet, es braucht Bereiche für die Zusammenarbeit in Teams, das konzentrierte Arbeiten an einer Aufgabe, Lernen und den informellen Austausch.

Arbeitszonen
Beispiele der vier Raumkonzepte (Screenshots aus dem virtuellen Rundgang von Inreal)

Diese vier Raumkonzepte sollten in einem modernen Büro integriert werden. Wie die genaue Gestaltung und die Verteilung aussehen, muss jedoch auf jedes Unternehmen individuell abgestimmt werden. Projektentwickler und Asset Manager müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Virtual Reality die Integration neuer Arbeitsplatzkonzepte unterstützt – vor allem, weil dadurch die geplante Umgebung gezeigt und erlebt werden kann. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Umsetzung neuer Arbeitswelten auch Kopfsache ist.