„Irren ist menschlich.“

Jeder von uns kennt diesen Satz und jeder hat sicherlich schon mal etwas getan, was er im Nachhinein als Fehler einstufen würde.

Versucht die nächste Frage ehrlich zu beantworten: Wie viele Male hast du ein mitfühlendes und sympathisches Verhalten gezeigt, wenn jemand in deiner Näher einen Fehler begangen hat? Hast du versucht, diese Person aufzubauen? Oder hast du dazu beigetragen, dass sie sich noch schlechter fühlt? Wie reagierst du, wenn du einen Fehler begehst?

Fehler zu machen, ist für viele Menschen immer noch ein Tabu. Man spricht nicht gerne darüber, möchte seine Fehler nicht wahrhaben oder schiebt auch gerne mal anderen einen Fehler zu.

Dies geschieht überall, wo Menschen aufeinander treffen. Speziell über die Fehlerkultur im Unternehmen wird seit langem geforscht. „Fehlermanagementkultur“ heißt das Fach, dass von Psychologieprofessor Michael Frese am Forschungszentrum für Unternehmertum der Uni Lüneburg unterrichtet wird. Er ist der Meinung, dass zur Fehlerkultur ein gewisses Vertrauen gehört:

“Das Eine kann man nicht, ohne das andere haben“. „Wer nicht vertraut, spricht nicht über Fehler. Und wer nicht über Fehler spricht, baut kein Vertrauen auf.“

Damit betont Frese die Bedeutung von Vertrauen, um über Fehler reden zu können. Weiter führt er aus, dass eine strenge Fehlervermeidung in den meisten Fällen nicht funktioniert: „Wer Fehler vermeiden will, wird nicht innovativ sein. Daran kann ein Unternehmen am Ende scheitern.“

Menschen scheinen sehr schnell zu vergessen, dass aus unzähligem Scheitern, erfolgreiche Ideen und Innovationen entstanden sind. Nehmen wir Walt Disney. Sein Name ist weltweit bekannt und die Walt Disney Company ist eins der wichtigsten und renommiertesten Medienunternehmen. 2017 hat sie einen Umsatz von 55,6 Milliarden Dollar erzielt. Mit Misserfolgen kennt sich Walt Disney jedoch aus: Die Menschen machten sich über ihn lustig, da in seinen Filmen Tiere sprachen. Sein Film „Oswald und der lustige Hase“ verlor an Kapital, da er nicht die Urheberrechte schützte. Und seine erste gegründete Firma erwirtschaftete keine Umsätze. Wichtig aber: Walt Disney gab nicht auf. Er glaubte an seine Visionen und Ideen und das wichtigste: Er lernte aus seinen Fehler. In wenigen Jahren feierte er den Erfolg von Mickey Mouse und sein größter Traum ging für ihn in Erfüllung: die Konstruktion eines Walt Disney Parks.

Wir können von solchen Geschichten viel lernen: eine positive und offene Fehlerkultur nimmt die Angst und die Unsicherheit der Kollegen.  Eine positive Fehlerkultur ignoriert nicht, wenn etwas schief gelaufen ist, sondern versucht zu analysieren und sucht nach Lösungen. Auf diese Weise können Prozessverbesserungen entstehen.

Unternehmen gehen unterschiedlich mit Fehlern um. Das Toyota Production System (TPS) hat eine eigene Regel erfunden: Fehler passieren und eine Vermeidung ist kaum möglich. Was die Mitarbeiter nicht machen dürfen, sind Fehler zu verheimlichen. Denn aus den verheimlichten Fehlern kann das Unternehmen und  auch der Einzelne nichts lernen. Das Management verhängt sogar Sanktionen, falls dies nicht erfüllt wird.

Microsoft pflegt eine sehr aktive Fehlerkultur. Jeden Freitag wird hier über gemachte Fehler gemeinsam geredet und darüber gesprochen, wie in Zukunft mit der Problematik umgegangen werden kann. Schuldzuweisungen sind hier fehl am Platz: „Wir schauen uns an: Warum und was können wir anders oder besser machen?“ erzählt Magdalena Rogl, Head of Digital Channels.

Bei Inreal leben wir eine ebenso aufgeschlossene Fehlerkultur. Uns ist es sehr wichtig, eine positive Atmosphäre und somit einen vertrauensvollen Raum zu schaffen, damit sich tatsächlich offen und ehrlich über Fehler ausgetauscht werden kann.Wir reflektieren und analysieren diese mit der Absicht, aus unseren Fehlern zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Schuldzuweisungen finden da keinen Platz. Bei Inreal gilt das einfache Erfolgsrezept: „What is right?“ und nicht „Who is right?“.

Uns eint dabei ein Grundgedanke:

Wir arbeiten an einer gemeinsamen Sache und scheitern dabei genauso zusammen, wie wir auch Erfolge feiern.