Bauprojekt Nr. 1: Jeddah Tower, Dschidda

Der aktuelle Fortschritt des Jeddah Towers
Der aktuelle Fortschritt des Jeddah Towers - Quelle: twitter.com/jeddah_tower

Der meist beachtete Rekord in Sachen Architektur ist der des höchsten Gebäudes der Welt. Die Cheops Pyramide hielt die Bestmarke über mehrere Jahrtausende, das Straßburger Münster mehr als zweihundert Jahre und das Empire State Building immerhin 36 Jahre zwischen 1931 und 1967. Inzwischen sind die Zeiträume deutlich kürzer geworden. So wurde der 830 Meter hohe aktuelle Spitzenreiter – der Burj Khalifa – im Januar 2010 fertig gestellt. Bereits 2011 begannen jedoch schon die Planungen für den Jeddah Tower. Zum damaligen Zeitpunkt trug das Projekt noch den Namen „Mile High Tower“, da für den nadelartigen, spiralförmigen Bau eine Höhe von 1.600 Metern vorgesehen war. Da die Bodenbeschaffenheit in diesem Teil von Saudi-Arabien für ein Bauprojekt dieser Größenordnung nicht geeignet war, wurde die Höhe später auf 1007 Meter reduziert. Außerdem erfolgte eine Umbenennung des Projekts in Kingdom Tower. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2018 geplant. Aufgrund von Verzögerungen wird nun mit einer Fertigstellung frühestens 2019 gerechnet.

 

Bauprojekt Nr. 2: Perlflussdelta, China

Shenzhen, China
Shenzhen, China
Hong Kong und Shenzhen
Hong Kong und Shenzhen - Quelle: google.de/maps

Mit einer Planungssumme von gut 284 Milliarden Euro ist das Perlflussdelta das wohl teuerste Bauvorhaben weltweit. Dabei handelt es sich um einen weiteren Ausbau von Shenzhen, einer Kunststadt, die 1979 in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hong Kong entstand. Parallel bemühte sich die chinesische Führung um eine Rückgabe Hong Kongs, welche schließlich 1997 erfolgte. In Zukunft sollen beide Metropolen sowie eine Reihe weiterer umliegender Großstädte zur Metropolregion Perlflussdelta zusammengefasst werden. Diese wäre dann mit gut 80 Millionen Einwohnern das mit Abstand größte Ballungsgebiet des gesamten Erdballs.

 

Bauprojekt Nr. 3: Schwimmende Stadt, Amsterdam

Schwimmende Häuser in Amsterdam
Schwimmende Häuser in Amsterdam (Foto: Friso Spoelstra; Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL)

Während das Perlflussdelta in China noch viel Platz zu weiterem Wachstum lässt, ist bebaubarer Raum in Amsterdam ein äußerst knappes Gut. Insofern verwundert es nicht, dass in der Großstadt an der Küste vor ein paar Jahren damit begonnen wurde, neue Stadtviertel im Wasser entstehen zu lassen. Der Klimawandel hat hierbei allerdings zu einem Umdenken geführt. Dem steigenden Meeresspiegel mit immer höheren Deichen zu begegnen, wird heute nicht mehr als zielführend angesehen. Stattdessen gehen die Planungen dahin, mit dem Wasser zu leben. Das Ergebnis sind bis zu drei Stockwerken hohe schwimmende Wohn- und Bürogebäude. Diese werden mit Ringen an fest verankerten Stangen befestigt und können sich so bis zu acht Metern dem jeweiligen Wasserstand nach oben wie unten anpassen. Dank der großen Schwimmkörper aus Styropor und Spezialbeton, halten diese Gebäude auch orkanartigen Stürmen von bis zu 120 Stundenkilometern problemlos Stand. Im laufenden Jahr wie auch den kommenden Jahren wird dieses zukunftsweisende, milliardenschwere Bauprojekt weitere Ausbauphasen durchleben.