Das 1×1 der Digitalisierung in der Immobilienbranche:
Living as a Service

Ein unscharfer Begriff für neue Wohnkonzepte

Living as a Service steht in engem Zusammenhang mit dem Konzept des Smart Home. Während jedoch beim IoT Home die technischen Möglichkeiten für eine umfassende Vernetzung im Wohnbereich im Vordergrund stehen, liegt der Fokus bei Living as a Service auf den sich hieraus eröffnenden neuen Service-Möglichkeiten für Immobilienanbieter. Außerdem wird unter diesem Begriff das Anbieten von allen zum Wohnen benötigten Dingen, wie beispielsweise Möbel, als Dienstleistung verstanden.

Da sich entsprechende neue und innovative Konzepte erst in der Entwicklung befinden, ist der Begriff Living as a Service allerdings noch deutlich unschärfer, als der klar definierte Ausdruck Smart Home.

 

Komplett vernetzte Luxuswohnungen in Hamburg

In Hamburg hat der Xing-Gründer Lars Hinrichs 2016 mit „Apartimentum“ einen der am stärksten digitalisierten Wohnkomplexe Europas errichtet. Die Apartments dieses Pilotprojekts haben äußerst stolze Preise. So kostet die Monatsmiete für eine 136 Quadratmeter große Wohnung fast 5400 Euro. Dafür sind diese Apartments jedoch nicht nur äußerst luxuriös, sondern als vollwertige Smart Homes ebenfalls komplett vernetzt.

Unter Living as a Service versteht Hinrichs hierbei, dass die üppige Monatsmiete nicht nur die Wohnräume, sondern auch die enthaltene vernetzte Technik umfasst. Anstatt also für jedes vernetzte Gerät monatlich eine eigene Rechnung bezahlen zu müssen, sind diese Apartments ein modernes Luxus-Gesamtpaket. Es ist jedoch anzunehmen, dass der Grundgedanke dieses Konzepts langfristig auch den regulären Wohnungsmarkt aufmischen wird.

 

Zugang zu einer Gemeinschaft

Der US-Unternehmer Rian Fix geht in seiner Vision von Living as a Service noch deutlich weiter. Als Gründer von „Pure House“ treibt er das Konzept von WG-Räumen als flexible Wohn-Plattformen voran. Diese sollen nicht nur Räume, sondern auch die komplette Einrichtung umfassen und um Dinge, wie einen Transportdienst, Finanzdienstleistungen bis zur „Garderobe als Dienstleistung“ zu einem sämtliche Lebensbereiche umfassenden Gesamtpaket ergänzt werden. Am Ende will Fix keine Wohnungen mehr vermieten, sondern den Zugang zu seiner glücklichen globalen Gemeinde verkaufen. Besondere Relevanz besitzt diese Idee in Universitätsstädten, wo es viele Studenten-WGs gibt, bei denen Zimmer z.B. während eines Auslandaufenthalts häufig untervermietet werden.

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