Die virtuelle Welt – und damit auch eine virtuelle Immobilie von Inreal – kann auf unterschiedliche Weisen betreten werden. VR-Headsets sind dabei eine häufig diskutierte Option. Zu VR-Brillen, wie der HTC Vive oder der Oculus Rift, bieten die Hersteller meist eigene Controller zur Steuerung an. Diese zweiteiligen Eingabegeräte besitzen mehrere Knöpfe, kleine Joysticks und Bewegungssensoren, sodass man sich selbst im Sitzen durch die virtuelle Welt ungehindert bewegen kann. Neben solchen Controllern gibt es aber auch eine Vielzahl an alternativen Steuerungsmöglichkeiten, die mir den VR-Brillen kombiniert werden können. Das virtuelle Erlebnis soll mit ihnen noch natürlicher, noch realer zu machen. Knöpfe und Joysticks sind dabei Fehlanzeige.

 

Omnidirektionale Laufbänder

Das bekannteste Beispiel für eine realitätsnahe Fortbewegung sind omnidirektionale (360-Grad) Laufbänder. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich dabei um spezielle Laufbänder, die es dem Nutzer ermöglichen, sich in der virtuellen Welt in jede beliebige Richtung zu bewegen, während er sich de facto die ganze Zeit an einer festen Position befindet. Damit kann er folglich beliebig lang in eine Richtung laufen, was bei der üblichen Room-Scale-VR, bei der die Position des Nutzers innerhalb eines kleinen Raums erfasst wird, nicht möglich ist.

Um den Anwender während der Nutzung einer VR-Brille auf dem Band abzusichern, umfassen die meisten Lösungen heute eine Art ringförmiges Geländer in Hüfthöhe mit – je nach Hersteller – engerem oder weiterem Radius. Ein Fixiergurt am Oberkörper sorgt für zusätzliche Sicherheit. Bei manchen Anbietern sind die Hüfthalterungen in der vertikalen Achse flexibel und zudem mit Sensoren ausgestattet – so sind beispielsweise auch Sprünge auf dem Laufband möglich.

Virtuix Omni
Virtuix Omni - Quelle: www.virtuix.com
Infinadeck
Infinadeck - Quelle: www.infinadeck.com

Beim Gerät selbst gibt es ebenfalls unterschiedliche Varianten, was die Konstruktion betrifft. Das Virtuix Omni – einer der Vorreiter in diesem Segment – setzt beispielsweise auf einen glatten Boden, auf dem der Nutzer mit speziellen Schuhen auf der Stelle läuft. Diese Variante kommt also ohne bewegliche Teile aus. Eine Lösung, die schon eher an ein klassisches Laufband erinnert, bietet hingegen Infinadeck. Das Laufband, das sich dank seiner Konstruktion in alle Richtungen bewegen kann, wird aktiv mit einem Motor angetrieben. Neben dem eigentlichen Laufen sind so auch Richtungswechsel möglich – die Fortbewegung  ist so natürlicher als das Rutschen auf einer glatten Oberfläche.

 

Schuhe und Handschuhe

Auch wenn 360-Grad-Laufbänder immer noch weniger Platz benötigen als Room-Scale-VR, gibt es durchaus auch einen Nachteil: Durch ihre Größe ist auch in ihrem Fall der Transport nicht ganz unkompliziert. Bei den so genannten Cybershoes ist das kein Problem – die Spezialschuhe lassen sich leicht transportieren. Einmal angezogen, kann der Nutzer sich damit auf einen beliebigen Drehstuhl setzen und sich sehr leicht in der virtuellen Welt fortbewegen, indem er mit den Füßen über den Teppich gleitet. Etwas irritierend könnte lediglich die ungewohnte sitzende Haltung sein, während der Anwender in der virtuellen Welt steht oder geht.

Cybershoes
Cybershoes - Quelle: www.cybershoes.io

Neben Schuhen wird die Fortbewegung in der virtuellen Welt künftig auch noch auf eine weitere Art möglich sein: Oculus arbeitet derzeit an Handschuhen, die mit Reflektoren bestückt sind und deren Bewegung von Kameras aufgenommen wird. Derartige Handschuhe könnten die VR-Steuerung mittels physischer Controller irgendwann ersetzen.

 

Es gibt also einige Optionen, wie man sich bei Verwendung einer VR-Brille durch virtuelle Räume bewegen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein einfacher Controller aktuell meist noch die erste Wahl ist – sofern die Wahl auf eine VR-Brille trifft. In Zukunft ist jedoch davon auszugehen, dass das Interesse an alternativen Steuerungsmöglichkeiten steigen wird, wenn diese Innovationen nicht mehr in den Kinderschuhen stecken.