Das Erlebnis von Augmented Reality wird in der Regel nur in Verbindung mit einem Display möglich gemacht. Forscher und Firmen arbeiten allerdings derzeit daran, AR ohne den Einsatz von Brillen, Smartphone, Tablets oder Wearables zu realisieren. Die Interaktion mit der animierten Welt gestaltet sich dadurch intuitiver: die projizierten Bilder können mit bloßen Händen hin und her bewegt werden, so wie es uns in futuristischen Filmen teilweise gezeigt wird. Die neue Technologie kommt besonders gut bei Menschen an, die nicht gerne eine Brille tragen, da sie sie als störend empfinden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die 3D-Technologie bei Fernsehern. Anfangs noch gehypt, nahm die Akzeptanz später spürbar ab und viele Hersteller stellten die Produktion aus wirtschaftlichen Gründen ein. Ein oft genannter Grund hierfür ist die zusätzliche Brille, die getragen werden muss.

Das interaktive Erleben mit neuen Technologien

HOLOLAMP

Hololamp heißt die Erfindung eines französischen Startups. Das Gerät sieht wie eine Tischlampe aus und darf sich als der erste Augmented Reality Projektor betiteln: Bilder und Filme können auf jeglicher Oberfläche oder Umgebung projiziert werden. Das Gerät lässt sich überall hin tragen und kann sogar zusammengefaltet werden.

Die installierten Kameras von Hololamp tracken die Augen des Benutzers, um seine Blickrichtung zu erfassen, woraufhin die Software das Bild auf eine Art und Weise verzerrt, welches nun beinahe aus jedem Blickwinkel dreidimensional erscheint. Es existieren bereits umfangreiche Einsatzgebiete für Hololamps in den Bereichen Gaming, Kommunikation, Wissenschaft, Bildung und Medizin.

Hololamp
Augmented Reality ohne Brille mit Hilfe eines Projektors - Quelle: hololens.tech

LIGHTFORM

Lightform
Lightform als zusätzliches Gerät - Quelle: lightform.com

Lightform (LF1) nennt sich ein Zusatzgerät für einen Projektor, welches zunächst per HDMI an diesen angeschlossen wird. Daraufhin werden vom Projektor aus verschiedene Muster auf Objekte projiziert, die wiederum simultan von der eingebauten 4K-Kamera vom LF1 erfasst werden. Dadurch entsteht ein genaues dreidimensionales Abbild der angestrahlten Objekte. Dieses Abbild wird per WiFi an einen Rechner geschickt, der durch eine entsprechende Software automatisch intelligente Lichteffekte berechnet, welche dann zum Projektor verschickt werden. Dadurch können beeindruckende Bilder auf Objekten entstehen.

Lightform Scan
Projizierte Muster auf das Objekt, Mitte: Generierte Tiefenkarte, Rechts: Resultat mit projizierten Effekten - Quelle: lightform.com

Auch virtuelle Darstellungen von Schnee und Regen in Schaufenstern, um dabei entsprechende Kleidung gezielter präsentieren zu können, werden schon eingesetzt.

SPACEE

Eine andere Technologie, die bedient werden kann, ohne den Gebrauch von üblichen Eingabegeräten, ist die vom Unternehmen Spacee. Jede 2D oder 3D Oberfläche wird in einen interaktiven Touchscreen verwandelt. Die Technologie nennt sich Post Mobile AR und kann auf jeglicher Oberfläche projiziert werden:

Spacee - Anwendungen
Links: 2D Touch Oberfläche, Rechts: 3D Touch Oberfläche - Quelle: www.spacee.co

Dabei werden die Interaktionen mit der Hand von einer Kamera erfasst und entsprechend interpretiert. In Zusammenarbeit mit dem Modelabel Taylor Brands wurde vor einem Schaufenster eine interaktive Glaswand aufgestellt, die ein besonderes Einkaufserlebnis verspricht: Kunden können die Kleidung interaktiv anprobieren. Durch Gesten mit der Hand kann die Größe oder die Farbe der Kleidung geändert werden.